Shitstorm

Mit dem Internet und den interaktiven Möglichkeiten des Web 2.0 können Einzelne oder kleine Gruppen sich mit minimalem Aufwand "in der Öffentlichkeit" Gehör verschaffen. Die früheren Hürden Kosten und das notwendige Fachwissen existieren nicht mehr. So findet ein unzufriedener Kunde im Internet nicht nur andere Betroffene, er kann sich auch mit ihnen vernetzen und zum Beispiel Forderungen gemeinsam mehr Gewicht geben.

Der Begriff Shitstorm kennzeichnet eine Entwicklung, bei der ein auslösendes Moment vermeintlich völlig unerwartet negative Kommentare nicht nur im Internet, sondern auch in den klassischen Medien zur Folge hat. Die klassischen Medien wirken dabei als Verstärker. 

Häufig kommt eine solche Entwicklung jedoch nicht eben nicht so unerwartet wie es vordergründig den Anschein hat. Ein bestimmter fachlich-inhaltlicher und zeitlicher Kontext kann einem Auslöser besondere Brisanz geben. Ein Beispiel ist ein deutscher Anbieter von schienen-gebundenen Logistik-Dienstleistungen, der vor einigen Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert war, positive Bewertungen und Kommentare in einem erheblichen Umfang bei darauf spezialisierten Dienstleistern eingekauft zu haben. Besondere Brisanz erhielt dieser Auslöser neben dem Volumen durch den Umstand eines zu diesem Zeitpunkt angestrebten und in den Medien bereits diskutierten Börsengangs.

Eine systematische Beobachtung von Diskussionen, Kommentaren, Meinungen und Bewertungen liefert in aller Regel Frühindikatoren für eine Krise (vulgo: Shitstorm). Dies kann eine im Vergleich zur Branche, zum Wettbewerb oder ausgewählten Best Performern geringe Reputation sein. Der vermeintlich einzelne unzufriedene Kunde kann bei näherer Betrachtung doch kein Einzelfall sein. Oder es kann eine insgesamt negative Grundstimmung gegenüber der ganzen Branche, kombiniert mit einem negativen Ereignis mit einem anderen Unternehmen der gleichen Branche vorliegen.

Eine stetige semantische Analyse des User Generated Content im Internet gibt hier Ausschluss über Trends, die Grundstimmung gegenüber der Branche und dem eigenen Unternehmen sowie Kritikpunkte und deren Diskussion und Verbreitung im Internet.